Archive for Juni 2011

Abflug!

Juni 29, 2011

ES GEHT BALD LOHOOOOS! OMG! Leichte Panik kriecht in mir hoch wenn ich dran denke, daß ich in 13 Stunden schon in der altem Heimat sein werde. Dieses Gefliege macht mich ganz kirre!!! Koffer ist gepackt, Handgepäck ist gerichtet, Geld im Geldbeutel, alles abgesprochen, alles gesagt, Wünsche gewünscht….. wenn ich heut Nacht mal schlafen kann! *stöhn*

Wenn man mit dem Auto fährt ist es ganz ander. Alles gemächlich, es kommt nicht auf ein paar Stunden an und irgendwann fragt man sich nur noch „wann ist diese Strapaze endlich vorbei“. Beim Fliegen wird man sofort – also innerhalb von 2,5 Stunden – in eine fremde Welt katapultiert. Man hat keine Zeit sich zu gewöhnen. Im Auto fährt man erstmal durchs halbe Reich, durch Bayern, Österreich, Ungarn, das Banat oder wahlweise das Kreischgebiet und fast durch ganz Siebenbürgen bis man auf heimatlicher Scholle ankommt. Irgendwann hört die Autobahn auf und dann wird es abenteuerlich! Ab der rumänischen Grenze ist man nicht mehr im Westen *grins*. Da hat man genügend Zeit die verschiedenen Landschaften, Länder und Unterschiede auf sich einwirken zu lassen.

Hoffe der Schock ist morgen nicht allzu groß….

Zum Schluß noch ein kleines Mundartgedicht, welches ich sehr passend fand 😉

Entwäcklung
Der Vouter siut äm Johr …
… 1700:
Ta froinderst
des rechen Hans seng Diuchter!

… 1800:
Ta froinderst
e Medschen
ais åser Gemuin!

… 1900:
Nem der uin
ais åsem Vëulk!

… 2000:
Nem der wenichstens
en Blechan!

… 2020:
Froinder dich
wenichstens mät er Fra!

Ja nun, wie auch immer – ich vertage mich bis auf in 2 Wochen!

Heil!

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Urlaub!

Juni 28, 2011

Hossa und Willkommen an diesem widerlich heißen Tage. Hier aktuell mit 33°. Samstag waren es gerade mal halb so viele Grade. Oi. Jedenfalls habe ich bisher noch keinen Fuß vor die Tür gesetzt. Könnte ja schmelzen, oder schwitzen – bäh!

Bin gestern bei diesen Temperaturen noch Rad gefahren und in einem Baum herumgeklettert um geschätzte 2 Zentner Kirschen zu ernten. Fragt mich nicht wie ich einen 10-Liter-Eimer mit dem Fahrrad von Vattern zu mir transportiert hab… Sah sehr dumm aus…. Naja.

Aber ansonsten passiert hier zur Zeit eigentlich nichts. Von so kleinen Unterbrechungen des Nichts-Tuns, wie beispielsweise Putzen, Aufräumen, Blumen gießen und Marmelade kochen abgesehen, tue ich seit etwa 3 Wochen sehr wenig. Es sind auf monster.de auch nur noch scheiß Stellen. Ich bin doch kein BWLer… oder Infsormatiker, oder kaufmännischer Angestellter *stöhn*. Manchmal beschleicht mich das Gefühl bei meiner Studienwahl etwas fundamental falsch gemacht zu haben…. was unschön ist.

Nach meinem Gespräch bei der Stadt hatte ich so einen Unwillen mich noch irgendwie zu bewerben – kontraproduktiv, ich weiß! Aber es geht grade gar nicht.

Bald aber werde ich an einem besseren Ort sein! – und das ist jetzt kein versteckter Suizidhinweis 🙂 Werde in die alte Heimat fliegen. Die Leser die mich schon seit 2009 verfolgen werden sich erinnern. Donnerstag morgen geht es los. Mit dem Flugzeug dieses Mal in zweieinhalb statt 36 Stunden (mit dem Auto). Werden vom Cousin meines Vaters abgeholt der sich seit der Frühverrentung fast nur noch unten aufhält. „Unten“ ist die Chiffre für Siebenbürgen und im konkreten Falle Galt am Alt.

Man kann hier auf dem Bild sogar eines unserer Häuser sehn 😉

Jaja… eines von zweien. Und die paar Hektar Grund sind da noch nicht mal erwähnt… Wenn ich das hier hätte wäre ich jetzt schon Obstbauer und Imker…. Aber so? 2000 km weit weg. Ich hoffe es wird was werden (wird es eigentlich immer *G*). Zwei Wochen auf dem Dorfe heißt es jetzt 🙂 Hoffe das mein Billigflug mich heile wieder zurück bringt. Mit der ungarischen WIZZ Air für unschlagbare 115 – Hin- und Rück 😉 Balkan ick komme!!!

Die Gesundheit ist ein köstlich Ding

Juni 21, 2011

Challo challo! Nach meinem überaktiven Wochenende mit viel zu viel Radfahren und Einweichen in einer ausgedehnten Thermenlandschaft hier im die Ecke fiel ich mal wieder in ein relatives Stimmungsloch. Versuche seit gestern Abend dabei langsam wieder ein wenig Haltung zu gewinnen. Aber naja, wie ihr seht hab ich immer noch zu viel Zeit hier. Auch ein Zweipersonenhaushalt beschäftigt nicht auf Dauer. Meine Zukunftsphantasien mit Bienen und alter Heimat sind leider nur Schwärmereien die sich jeder Verwirklichung hartnäckig entziehen…. Hab hier manchmal schon Mühe aus den Schlafklamotten raus zu kommen und mein Aussehen von dem eines Waldschrates unterscheidbar zu halten. So auch heute. Scheiß Hartz-4-Leben, nur dummerweise ohne Hartz-4… Dafür kann ich immerhin sagen, daß ich dem Staat nicht auf der Tasche liege. Wobei das auch nicht sooo viel bringt *seufz* – kann mir da dummerweise nichts von kaufen.

Also habe ich mich in meinem Mißvergnügen einer medizinischen Abhandlung von Paulus Kyr (Stadtarzt aus Kronstadt) gewidmet, die ich auf dem Heimattag erstanden hatte. Faksimile, original von 1551 und auf Latein: Sanitatis studium ad imitationem aphorismorum compositum item breuiter et ordine alphabetico positae. Eine Gesundheitslehre also. Zum Glück auch in deutscher Übersetzung im gleichen Band. Dort erfährt man viel über die nicht natürlichen Verrichtungen und Einflüsse. Es sind hoch interessante Informationen und Empfehlungen zur gesunden Lebensführung und Heilkunst auf der Grundlage der antiken und mittelalterlichen Viersäftelehre. Man erfährt von der Luft, von Speise und Trank, vom Wachen und Schlafen, von Bewegung und Ruhe, von Auslehrung und Anfüllung sowie von den Gemütsverfassungen. Ebenso enthalten ist eine Liste von 208 Lebensmittel mit deren Wirkungen und Kräften.

Paulus Kyr: Sanitatis studium ad imitationem aphorismorum compositum item breuiter et ordine alphabetico positae. Impressum in inclyta Transylvaniae Corona Anno 1551

Nun kann man sich fragen in wie weit ein 460 Jahre altes Medizinbuch mit Ansichten der Spätrenaissance auch heute noch gültig haben kann. Aber viele Dinge dort sind erstaunlich wahr und aktuell. Maß und Maßhalten, Gewöhnung und das Meiden plötzlicher Änderungen sind dort von großer Wichtigkeit. Und so findet sich auch folgende Sentenz: In den Wirren des Gemüts mußt Du ehrbare Tröstung suchen, Freunde und Gäste haben, die nicht traurig sind, dann schlag die Leier, streich die Seiten und sing ein süßtönendes Lied, das die traurigen Herzen erquickt und die Gemütsverfassung ins Maß bringt.

Dies habe ich getan! Mit meinem Fundstück der Woche *grins* http://radio-transsylvania.de/ Ganz skuril. Da gibt es so Sachen wie „don’t cry for my Argentina“ in einer Blasmusikversion – verrückt oder? 🙂 Überhaupt viel Blasmusik, deutsche Schlager, Balkanpop, siebenbürgische Musik…. sowas kannte ich bisher noch nicht. Aber es erquickt mich ganz wunderbar 😉

Heile Welt

Juni 16, 2011

Holla! Ich war zu Pfingsten südlich des Weißwurstäquators unterwegs. Im Hohenlohischen um genau zu sein 🙂 Die Cousine meiner Mutter wohnt dort. Hat nen Einheimischen geehelicht, ein Haus gebaut und 3 Kindern bekommen. Die kleinen sind so süß! Ohne Worte! Zum Stehlen waren die *G*. 2, 5 und 7. Alle grundverschieden. Die Große offen und aufgeweckt. Die Zweite still aber sehr resolut. Der Kleine kann noch nicht wirklich sprechen und ist ein totaler Sonnenschein! Große blaue Augen, weißblonder Schopf, Zahnlücke. Hab mich selbst nicht wieder gekannt. Fand die Blagen super. Die tun (allermeistens) das was die Eltern sagen, sind beim Essen nicht heikel und ganz bewegungstoll (Sport, Spielplatz, Garten, alles).
Man wohnt dort aber auch in einer tollen Umgebung. Ein ethnisch reines (sprich weißes) Wohngebiet mit Einfamilienhäusern in Pastellfarben, Nutzgärten, Kinder, große Karren, alles sauber und ordentlich, viel Grün, kein Passelackenpack – es ist das Paradies für deutsche Familien! Ich fands herrlich 🙂 Und die Kinder… hach die Kinder! Ich will auch solche haben, ganz doll sogar. Die geben einem Leben Sinn und strukturieren erheblich – aber eliminieren auch Privatsphäre, Urlaub und Geld. Egal. ICH WILL KINDER!

Am Sonntag, zum Pfingstfeste (an dem, wie wir alle hoffentlich wissen, die großen Treffen der Heimatvertriebenen stattfinden), fuhren wir dann ins benachbarte Dinkelsbühl. Dort findet seit 1951 jährlich zwischen spätmittelalterlicher Kulisse das Heimattreffen der Siebenbürger Sachsen statt. Ich – obwohl stolzer Angehöriger dieses Völkchens – war seit 2003 nicht mehr dort gewesen. Muß sagen, es hat sich wirklich gelohnt. Zu Jubiläumsdatum (60 Jahre Heimattreffen und 800 Jahre seit der Ankunft der Deutschordensritter im Burzenland) war das Treffen unglaublich gut besucht. Mehr als 20.000 Leute und 2400 Trachträger waren beim Umzug. Bei einer Gesamtzahl von vielleicht 250.000 Leuten ist das schon beachtlich. Sogar eine kleine Prominenz hatte sich eingefunden. Der Bischof aus Hermannstadt, der Bundesinnenminister, Peter Maffay (auch ein Volksgenosse von mir, jahaa!) und andere. Die Trachten sind sehr bunt und bringen irgendwie schon einen Hauch Balkan mit. Es gibt da Kirchenpelze, sog. „soxesch Hemder“, hohe Schaftstiefel und für die Weiber weite Röcke, gestickte Schürzen, Borten, gebockelte Schleier, Spangengürtel, Heftel. Eine Pracht!

Stramme Burschen


Soxesch Hemd


Brautpaar


Nachwuchs


Mädchen mit Borten (das sind die Dinger auf dem Kopf)

Frau in einer Patriziertracht aus Kronstadt, gebockelt (d.h. der weiße Schleier mit den großen Schmucknadeln), mit Spangengürtel und Heftel

Volkstanz

Das Thema an sich ist für Bundesdeutsche vielleicht ein wenig exotisch, für mich allerdings von großer ideeller Wichtigkeit. Daher habe ich hier ein paar Impressionen zusammengestellt.
Es gab ja ständig was zu sehen bzw. zu tun! Gottesdienst nach siebenbürgischer Liturgie, Trachtenumzug, Tanz, Ausstellungen, Verkauf von Handarbeiten, Büchern, siebenbürgisches Essen, Festzelt mit Party, Fackelumzug, Sportwettbewerbe, Lesungen, Reden…. und das meiste einfach für 8 Euronen – soviel kostet ein Festabzeichen. Ohne kommt man nicht rein 🙂 weil geschlossene Gesellschaft *G*

Festabzeichen

Habe mich mit Devotionalien, Büchern und Ethnoessen eingedeckt *g*. Es gab Baumstriezel, Langosch, Creme-Schnitten, Mici (gesprochen „Mitsch“), Hollunderlimonade, Rahat und Halva – alles superlecker 😉 für Hiesige aber wohl alles unbekannt. Geschenkt! Haben auch viele Leute getroffen: alte Schulkollegen von Mutter, nähere und fernere Verwandte (u.a. Cousins und Cousinen 2-3 Grades usw.), Freunde – sogar meine alte Kinderfrau! Ich fand’s großartig 🙂

Siebenbürgen.....


.... süße Heimat


Baumstriezel frisch aus dem Turboofen


Mici - mein Favorit!

Unverbindliches Gespräch….

Juni 10, 2011

Alles hat seine Ordnung!


AHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH!!! – Ich hatte gestern mein erstes richtiges deutsches Vorstellungsgespräch. Bei der Stadt. Mir war zu konservativer Kleidung (inkl. Jackett) geraten worden und diesen Grundsätzen:
– antworte nur auf die Fragen die man Dir stellt
– antworte möglichst konkret und kurz
– zeige Bereitschaft auch anderes, als die ausgeschriebene Funktion erfüllen zu wollen (sprich: sei Dir für nix zu schade)

Soweit, so gut. Als ich dort eintrat, sah ich tatsächlich fast so aus wie die paar wohlstandsbebauchten Herren in Karohemd und schwarzer Hose mir gegenüber. Und Gott sei Dank war mein Jackett dunkelgrau – nichts wäre besser gewesen *grins*. Allerdings hatte ich nicht mit einem Gremium aus 7 Personen gerechnet, die allesamt irgendwie, irgendwas zu sagen hatten. Inklusive Gleichstellungsbeauftragter. Ich hoffe diese hat wohlwollend festgestellt, daß ich sozusagen eine doppelte Randgruppe bin, die gefördert werden muß ;-). Also vonwegen sexueller Orientierung mit Migrationshintergrund und so *gröhl*. Die haben dann ein sehr bemühtes Gespräch mit mir geführt, in dem ich den Eindruck hatte, daß ich auf dem Amte wohl ein ziemlich bunter Vogel sein muß mit solch einem Studium, Auslandserfahrung, Einwanderungshintergrund. International wenn man so möchte.
Ein Kerl war sichtlich eingenommen von mir. Zwei haben bei meinen Antworten genickt. Die Protokollantinnen waren total versteinert, die Gleichstellungstante hatte ein gleichbleibendes Grinsegesicht. Tja. Es war ganz anders als freie Wirtschaft.

Die Kandidaten wurden im 30-Minutenrhythmus da durchgeschleust. Daher dauerte der ganze Spaß auch nur 20 Minuten. Man will angeblich Potentiale für die Verwaltung finden. Hmmmm….. Keine Ahnung wie das ausgeht. Ein befreundeter Psychologe meinte, ich hätte die sicher im Sack. Na wenn das nicht stimmt! … dann gibbet Schläge 😉

Nun aber zu meinen neusten multimedialen Fundstücken:

Putzig nicht wahr? So kann man ganz schnell ganz große Probleme lösen : )). Ach und hier noch ein kleiner Beweis das der Muslimterror nun auch langsam hier im beschaulichen nördlichen Ruhrgebiet einzieht…. man lese über „Südländer schlagen Mädchen zusammen„….. Der Originalartikel in der WAZ hat übrigens – ganz gegen die übliche Praxis – einen ausgeschalteten Kommentarbereich und schweigt über Herkunft der Täter. Ein Schelm wer Böses dabei denkt! Die schreckliche, rechte deutsche Bevölkerung soll nur kein Forum haben um darüber zu diskutieren wer ihr regelmäßig an die Gurgel will – das türkisch-arabische Muslimpack! WIDERLICH!

Überraschuuuuuuuuung!

Juni 6, 2011

Geil oder? 🙂

Hoffe ich hab das hier noch nicht gezeigt, wäre etwas nachlässig *g*. Aber heute ist etwas passiert das mich aufgewühlt hat. Ich habe ein Einladung zu einem Gespräch bekommen. Hier bei der Stadtverwaltung. Ich werde Beamter! – also hoffentlich 🙂

Ich find das ja total töffte! Der Gedanke an Gleitzeit (6:30-9:30), 42,5 Std. die Woche, festes Gehalt und 30 Tage Urlaub lassen mein Herz höher schlagen!!! Man sagte mir bereits, daß ich nun das herbeisehne worauf ich vor einem Jahr noch geschimpft hätte. Ja… nun. Dafür ist der Kopf doch rund, damit die Gedanken die Richtung wechseln können 🙂

Bekam heute auch einen Anruf von einer Vermittlungsagentur für Sekretärinnen bei denen ich mich vor Wochen mal blind beworben hatte. Die fand mein Profil ganz toll aber meinte, daß die Firmen hier so gerichtet suchen, daß es schwierig wäre. Sie meinte auch das es in Holland viel flexibler und einfacher wäre mit Arbeit finden usw. Naja. Der Spaß ist vorbei. Jetzt erstmal sehn daß es hier was wird.

Auf diese ganzen Geschehnisse habe ich mich dann hoffnungslos überfressen 😦 Jetzt tut der Bauch weh und ich kann nichts mehr machen außer mich vor den Fernseher zu hauen bis es besser wird *Seufz*. Oder Schlager hören, deutschen. Das hilft mir immer 😉