Archive for Juni 2009

International questionnaire

Juni 22, 2009

Liebe Leute,

nachdem nun schon 110 Personen an meiner Befragung teilgenommen haben (in der deutschen Version), habe ich aufgrund diverser Empfehlungen auch eine englischsprachige Version meiner GR-Befragung erstellt.

Gayromeo questionnaire English

Falls also jemand einen Nicht-Deutschen, kennt – u.U. sogar im Ausland – einfach weitersagen! Sollen ja auch nochmal so viele Teilnehmer in der internationalen Studie werden 😉

Lelijke venten

Juni 21, 2009

Holldriho!

Und schon bin ich wieder zurück in Amsterdam. Dieser kurze Deutschlandaufenthalt war sehr viel netter als der letzte – keine umgekehrten Kulturschocks mehr oder sowas. Jedoch fühle ich mich nun etwas hin und her gerissen. Wahrscheinlich auch weil dieses Mal alles wie am Schnürchen lief und ich alle Besorgungen und Verpflichtungen in bravouröser Schnelligkeit und Effektivität erledigt bekam. Auch war die essener Innenstadt endlich einmal so, wie ich sie gerne hätte: voll, belebt, überall was los. Es trug sich zu, daß am Freitag nämlich „Essen verwöhnt“ (so eine Art Gastromeile auf der Kettwigerstr.) und das Kulturpfadfest zusammenfielen. Leider sieht man diese Belebtheit in Essen nur alle paar Monate mal, wenn wirklich mal was los ist…. Schwach! Zudem war das Publikum entsetzlich alt. Bestimmt im Schnitt 20 Jahre Älter als hier in Amsterdam in der Stadt; was einem ja wiedermal zu denken gibt. Sowas will Kulturhauptstadt werden – lächerlich!
Der folgende Tag bestand eigentlich nur aus Familie. Sehr schön (Mutter war im Urlaub, also keine nervigen Fragen) und erholsam – allerdings stimmte es mich doch ein wenig melancholisch. Ebenso wie meine kleine Wohnung in Essen. Es war so toll wieder in seinen eigenen vier Wänden zu sein und keinen um sich herum zu haben, keine Rücksichten nehmen zu müssen. Allerdings war es auch wieder sehr abgegriffen und erinnerte mich an die Unizeit, die sich ja glücklicherweise mit riesen Schritten dem Ende nähert!
Apropos: Habe von einer Kommilitonin gehört, sie würde noch ein Semester dran hängen für ihre Masterarbeit. Käme für mich nicht in Frage! So schnell wie möglich raus da – zur Not auch mit Arbeiten parallel oder 2,3 Monaten Arbeitslosigkeit – aber auf keinen Fall noch länger Uni. Da fühlt man sich wie ein Kind. Hoffe bis Ende September abschließen zu können – dann ist es endlich, endlich vorbei….. wenn alles gut geht….

Meine Rückfahrt (heute) war indes belastet von der Anwesenheit zweier stark übergewichtiger, älterer, holländischer Zugfreunde, welche sich fast 2 Stunden über Abfahrtszeiten an holländischen Bahnhöfen und über Wuppertal (!!!) unterhalten konnten. Gräßlich! Die Schwebebahn hatte es ihnen wohl derart angetan, daß sogar das Betreiberunternehmen WSW kannten, welches – fatalerweise – als „Wuppertaler Schwebewerke“ interpretiert wurde. FALSCH! Ganz falsch – Wuppertaler Stadtwerke sind das! Ich hatte in dem Moment das dringende Bedürfnis mich umzudrehen und ihnen obiges zuzurufen. Ließ es leider bleiben. Genauso als ein Chinese seinen holländischen Mitreisenden auf der Höhe von Wesel fragte, ob dies nicht schon Holland sei, der Baustil der Häuser sei ja so ähnlich. Hallo!?!?! Freaks…..

Wie dem auch sei. Bei Ankunft entfing mich die geliebte amsterdamer Geräuschkulisse. Ist wie eine Mauer aus Geräuschen gegen die man prallt, wenn man vom Gleis kommt und den Vorplatz betritt 😉 Herrlich! In Essen wäre ja nun Totentanz…. Hier in Amsterdam hat hingegen vorgestern die Hermitage im Amstelhof (Ableger der Hermitage aus St. Petersburg) eröffnet. Ein riesen Ding; vollgestopft mit Kunstwerken. hermitage-russische_hof-00Vielleicht schau ich mir das heute an 🙂 Zur Eröffnung gibt es u.a. die Ausstellung „Aan het Russische hof“.

In diesem Sinne – Nastrovje!

Heim ins Reich!

Juni 19, 2009

Liebe Gemeinde,

ja – es ist wahr! Ich bin heute wieder einmal daheim im Reich und muß sagen, der Schock vom letzten Male hat sich glücklicherweise nicht wiederholt. Allerdings sind doch gewisse Einsichten und Befindlichkeiten deutlicher als letztes Mal. Ich hatte mich ja beklagt, daß mir alles so häßlich vorkäme. Nun, das liegt vermutlich daran, daß Deutschland (oder besser NRW, denn etwas anderes von Deutschland kriege ich ja selten zu sehen) einfach schmuddelig ist. Oh ja, ich hätte es früher selbst nicht gedacht, aber Holland ist viel gepflegter und ordentlicher als Deutschland! Man merkt es sofort bei der Grenzüberquerung. Es ist auch viel abgenutzer, und teilweise verkommen (siehe Emmerich, Wesel, Dinslaken, Oberhausen, Duisburg etc.). Zudem ist alles irgendwie zugewuchert. Sträucher und Gras und alles – in Holland ist das schön sauber gestutzt und gepflegt – hier nicht. Das ist irgendwie…. wirr.

Wie auch immer. Der Grund meiner Anwesenheit ist natürlich wieder einmal sehr praktischer Natur. Formalitäten mit Versicherungen, Beihilfe, Stipendium etc. mußten geklärt werden, Post sotieren, Dinge kaufen die hier billiger sind als in Deutschland und die Familie. Ja – meine Financiers möchten ja ab und an Meldung bekommen und außerdem will ich meine Großeltern mal wiedersehen, denn im Fortgeschrittenen Alter weiß man ja nie, nicht wahr….

Mein Amsterdamaufenthalt verlängert sich übrigens um einen Monat bis Mitte August. Danach geht es dann umgehend ab in die alte Heimat für ein paar Wochen. So werde ich dann fast 5 Monate nicht zuhause gewesen sein. Dann. Allerdings hoffe ich auch, daß ich das danach auch nicht so sehr lange sein muß, denn ich habe ja (ich glaube ich hatte es bereits anklingen lassen) vor mich im Vereinigten Königreich der Niederlanden niederzulassen – welch Alliteration – und zu leben. Deutschland ist keine Option der ich viel abgewinnen kann, denn von außen, sieht Deutschland noch viel piefiger, neidischer, provinzieller, engstirniger, kleingeistiger, verknöcherter, misanthropischer und umständlicher aus, als ich es von innen erlebt habe. Ein ganz schreckliches Gefühl, was ich jedoch mit einigen Leuten (gemeint sind Menschen aus dem amsterdammer Umfeld) teile und es wird nicht wirklich besser. Alleine diese Meldungen über die Generation „Krise“ bzw. die sog. Krisenkinder – war früher die Generation Praktikum bzw. das neue hochgebildete Prekariat – die man in letzter Zeit so findet, machen alles andere als Mut und lassen einen Start an einem anderen Ort doch sehr viel positiver erscheinen.

Amsterdam in der Dämmerung

Amsterdam in der Dämmerung


Mittlerweile habe ich ein Profil bei der niederländischen Version von monster.de und wurde sogar schon von einem Kopfjäger angesprochen, woraus allerdings nichts wurde, weil er eine Stelle in Neuss anzubieten hatte. Ich meine ‚Hallo?!?!‘ Neuss???? Das geht nun wirklich gar nicht! Habe mich dort nicht umsonst für die Provinz Noord-Holland eingetragen…. sowas. Naja, jedenfalls habe ich nun noch volle 2 Monate um mich zu bewerben bzw. das Bewerben auf holländisch zu erlernen :-).

Genug für heute! Deutsche Grüße!

Afspraken in vreugde of verdriet – maak ze niet!

Juni 14, 2009

Sooooooo, nach wochenlanger Abstinenz sehe ich mich genötigt doch wieder etwas zu schreiben 😉 Wieder haben sich mir eine Reihe von holländischen Kuriositäten ins Gedächtnis gebrannt! Beispielsweise, daß die Polizei hier eigentlich so gut wie gar nicht ausrückt, wenn ein minder schweres Delikt begangen wurde. In Deutschland kann man ja für jeden Pups die Bullen anrufen und die kommen dann auch. Hier allerdings wird man – so lange man nicht verletzt ist – auf ein Internetformular verwiesen (!!!).

Het mag niet

Het mag niet

Auch konnte ich in der Zeitung ein Gerichtsverfahren gegen einen Künstler verfolgen, der das Polizeilogo mit den Worten „poep“ (Scheiße) bzw. „corrupt“ (erklärt sich selbst) auf T-shirts gedruckt hatte. Das korrupt-T-shirt mit Polizeilogo darf laut Richter nicht in der Öffentlichkeit getragen werden und sozusagen Beamtenbeleidigung. Das T-shirt mit „Scheiße“ allerdings nicht….
Daheim im Reich wäre wohl beides eine grobe Beleidigung der Staatsgewalt ;-). Was auch sehr lustig ist, ist der „meldpunt discriminatie“ – eine Art Antidiskriminierungsstelle der Stadt Amsterdam, an den sich jeder wenden kann, der aufgrund von „ras of afkomst en seksuele gerichtheid“ meint diskriminiert worden zu sein. Hier ein paar Beispiele der aktuellen Werbekampagne:Discriminatie_homo
meldpunt discriminatie Ich finde ja die Trulla mit dem Kopftuch dürfte sich eigentlich gar nicht beschweren, weil sie eine Beleidigung für die westliche Kultur ist, aber da hört man ja verschiedentlich andere Meinungen drüber – wobei ich wirklich nicht weiß, wer auf die Idee kommen konnte Weibern mit Kopftuch Sport zu erlauben…